[event] Lautaggregat Redux at Schönegg Varieté | Zürich
Lautaggregat Redux (Quadophonic Version)
Electroacoustic Computer Music Diffusion
For Carlfriedrich Claus and Trevor Wishart, 2018
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Computer based Waveset-Analysis, Decomposition, Re-synthesis and Re-Spatialization based on Ideas of Carlfreidrich Claus’ “Lautaggregat”, binaural Version, produced at WDR Studio Cologne 1993, originally re-synthesized for Radiophonic Spaces 2018 exhibition at HKW, Berlin.
Carlfriedrich Claus war ein deutscher avantgardistischer Künstler auf den Gebieten der Schriftgrafik, der Visuellen und Konkreten Poesie sowie der Lautpoesie. Er schuf ein Gesamtwerk von mehreren hundert Tonbandkassetten mit Artikulationen, Sprachblättern, Handzeichnungen, Büchern, Druckgrafiken, Briefen und anderem mehr.
Seine Arbeiten hatten den Anspruch, den Rezipienten ganzheitlich zu fordern. Seine Arbeiten können stets als ein Selbstexperiment erfasst werden. Zu Beginn schrieb Claus konkrete Gedichte auf der Schreibmaschine. Diese Lyrik hatte u. a. Natur und Zeit zum Thema. Später werden die Motive „Klang“ und „Vibration“ wichtig und er schrieb mit der Hand. Claus Literatur ist experimentell und kann nicht einfach kategorisiert werden. Beim Anfertigen seiner „Sprachblätter“ oder auch „Vibrationstexte“ artikulierte er gleichzeitig, sodass es quasi ein Werk auf mehreren Ebenen darstellt.
In Bernd Schurer’s Arbeit “Lautaggregat Redux” (bezogen auf die Originalaufnahmen eines 1993 beim WDR in Auftrag gegebenen radiophonen / räumlichen Hörstücks in Binauraltechnik) wird eine akustische Lupe aufgebaut, welche reziprok mit den Eigenheiten in der Sprache und den Lauten der Komposition mit erweiterten Methoden zu Analyse, Dekomposition und Resynthese des Stücks arbeitet. Weil teils Werke von Carlfriedrich Claus für den Rezipienten ohne Lupe kaum lesbar waren, weigerte er sich bis in die 1990er Jahre, seine Werke vergrößert ausstellen zu lassen. (source: WPD)
Schurer’s Arbeit vergrössert die Nuancen dieser Arbeit in der akustischen Ebene, in dem er die Originalaufnahmen mit Techniken der Analyse, den Wavesets (eine von Trevor Wishart vorgeschlagene Methode zur granularen Analyse bei Nulldurchgängen digitaler Audiodateien), deren Resynthese und neu geschaffener, quadrophonischer Verräumlichung anbietet und sie gleichzeitig in einem mikrosonischen Raum als eine eigene Variante des Selbstexperiments einer “komplizierten” auditorischen Artikulation aufführt.
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Zürich, 7.1.2019, from 19h – Registration only _ Januarloch Festival
http://www.schoenegg-variete.ch
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